12. Tag: Netrebko ohne Blogger

12. Tag: Netrebko ohne Blogger
von Michael Sturm

12. Tag: Netrebko ohne Blogger

Es ist wenig zu sagen über diesen Tag. Nicht weil er für die Gäste ereignisarm gewesen wäre, ganz im Gegenteil, wie ich hörte. Doch mich schüttelte ein Fieber von rechts nach links und wieder zurück, sodass an ein Aufstehen nicht zu denken war. Ich hütete das Bett und konnte in den kommenden 24 Stunden erleben, wie sich trockene Decken, Laken und Kissen in nasse Klumpen verwandelten. Klamm wie im Zeltlager der Schlafsack nach Dauerregen – die Schulzeit ließ grüssen. Kann mich nicht erinnern selbiges schon erlebt zu haben. Reiseleiterin Ingeborg erbte meine Trovatore-Karte für die MET, dankbar nahm ich im Gegenzug Hühnersuppe und Trockenkekse an. Ich hörte von einer stimmlich großartigen Vorstellung mit sehr berührenden Momenten. Als Dmitri Hrovostovsky auf die Bühne kam und ein Beifallssturm losbrach, musste wohl der Dirigent abbrechen, um nach einen kurzen Zeichen der Dankbarkeit den Sänger endlich singen lassen zu können. Medien hatten Tage zuvor von einer schwerwiegenden Diagnose über den Gesundheitszustand des Sängers berichtet. Menschlich sehr berührend, wie Stefan später erzählte. Und SIE sei großartig gewesen und die MET tobte. Ich wäre gerne dabei gewesen, um mehr berichten zu können als möglich gewesen. Wer weiß, vielleicht gibt es eine nächste Möglichkeit, bestimmt sogar. Am nächsten Morgen ging es zum Doc: das Fieber war verschwunden, es gab nun Pillen. Gute Nacht dann noch!

Kategorien: Opernkreuzfahrt
Porträt - Michael Sturm
Michael Sturm

Regisseur, Dramaturg und Autor

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