Der Troubadour
Giuseppe Verdi
Lodernde Flammen schlagen zum Himmel auf ...
Biskaya und Aragonien im 15. Jahrhundert. In tiefer Nacht hält der Waffenträger des Grafen Luna die Wachleute mit einer Erzählung aus düsteren Zeiten des Grafenhauses wach: Der alte Graf hat zwei Söhne und einer von ihnen ist von einer Zigeunerin verzaubert worden, die deswegen als Hexe verbrannt wurde. Aus Rache hat ihre Tochter Azucena den zweiten Sohn des Grafen entführt und ebenfalls verbrannt. Der heutige Graf Luna ist nun das verzauberte Kind und musste seinem Vater versprechen, die böse Zigeunerin zu finden.
Im Park wartet Leonore auf ihren Geliebten Manrico, den Troubadour. Doch auch der Graf ist in Leonore verliebt und voller Eifersucht. Es erklingt ein Ständchen und Leonore wirft sich dem nächtlichen Sänger in die Arme, in der Vermutung, es sei Manrico - doch es ist der Graf. Erst als Manrico hinzukommt, bemerkt sie ihren Irrtum und es kommt zum Kampf zwischen dem Grafen und Manrico, die nicht nur Liebesrivalen, sondern auch politisch Todfeinde sind, denn Manrico steht auf Seiten der Aufständischen. Manrico wird schwer verwundet.
Die Zigeunerin Azucena, auch sie gehört zu den Aufständischen und ist angeblich die Mutter Manricos, hat ihn verwundet aufgefunden. Sie erzählt Manrico von einer furchtbaren Verwechslung: einst hat sie nicht den Sohn des Grafen aus Rache für ihre Mutter in die Flammen geworfen, sondern ihr eigenes Kind. Manrico beginnt an seiner Herkunft zu zweifeln. Ein Bote bringt den Befehl, Manrico solle eine Festung übernehmen, und die Nachricht, Leonora, die glaubt, Manrico wäre tot, werde ins Kloster gehen. Manrico, wenig begeistert seine Geliebte im Kloster zu sehen, beschließt sie zu entführen - und ist erfolgreich. Doch wenig später steht Luna mit seinen Truppen vor der Festung Manricos. Als Azucena gefangen wird, erkennt der Graf in ihr die lange gesuchte Zigeunerin und erfährt, dass sie Manricos Mutter sei. Auch sie soll, genau wie ihre Mutter, auf dem Scheiterhaufen ihr Leben lassen. Manricos Versuch, Azucena zu befreien, schlägt fehl. Beide sitzen nun in Lunas Kerker. Um das Leben ihres Geliebten Manrico zu retten, bietet Leonora sich selbst dem Grafen im Austausch mit Manrico an ...
In Verdis "Troubadour" regieren starke Emotionen: Rache, Eifersucht, Liebe... Sehr beliebt sind die Chorszenen, besonders der berühmte Zigeunerchor am Begin des zweiten Aktes. "Der Troubadour" wurde 1853 in Venedig uraufgeführt und gehört seitdem zu den meistgespielten Opern überhaupt.



