Hoffmanns Erzählungen
Jacques Offenbach
"Schöne Nacht, du Liebesnacht ..."
Obwohl er viel Erfolg mit heiteren Operetten hatte, hat Offenbach sein Leben lang das Sujet für eine echte Oper gesucht. Schließlich fand er einen geeigneten Stoff in den Erzählungen des romantischen Schriftstellers E. T. A. Hoffmann. Drei skurrile Erzählungen, "Der Sandmann", "Abenteuer der Silvesternacht" und "Rat Crespel", wurden zu drei Akten der Oper. Im Vorspiel meldet sich der Dichter Hoffmann selbst zu Wort. Er liebt die Opernsängerin Stella, hat aber einen Konkurrenten im reichen Stadtrat Lindorf. Stella lädt den Dichter zu einem Treffen in die Weinstube nach einer Vorstellung, in der sie auftritt, ein. Ihr Diener Andreas soll die Einladung an Hoffmann überbringen. Lindorf versucht alles, um dieses Zusammentreffen zu verhindern. Als es ihm nicht glückt, Andreas die Einladung abzunehmen, setzt er sich in die Weinstube und wartet auf seine nächste Gelegenheit. Während der Theaterpause tritt Hoffmann, gefolgt von einem Pulk Studenten, in die Kneipe und will dort auf Stella warten. Während sie dort Punsch trinken, wird Hoffmann gedrängt, von seinen großen Liebesleidenschaften zu erzählen.
Die erste von ihnen hieß Olympia. Bei einer Abendgesellschaft wurde sie dem Dichter als Tochter seines Lehrers Spalazani vorgestellt. Hoffmann, der zuvor eine wundersame Brille beim Mechaniker Coppelius, einem Freund Spalazanis, gekauft hatte, verliebte sich sofort in Olympia. Eines Tages ging das Liebespaar auf ein Tanzpodium und tanzte Olympia so wild, dass Hoffmann seine Brille verlor und feststellen musste, dass Olympia nicht wirklich ein Mensch, sondern ein Automat war.
Seine zweite Liebe war die verführerische Kurtisane Giulietta. Um ihre Liebe musste Hoffmann aber mit anderen Männer kämpfen. Als sein größter Gegner seinen eigenen Schatten an Giulietta verschenkte, wurde Hoffmann von seinem Freund Niklas gedrängt, aus der Sache auszusteigen. Und tatsächlich, Giulietta war nur ein Werkzeug von Depertutto, der eigentlich auf Hoffmanns Spiegelbild aus war.
Die dritte Liebe des Dichter was schließlich Antonia, die Tochter des Musikers Crespel. Sie hatte eine wundervolle Stimme, durfte aber nicht singen, da ihr sonst das gleiche Schicksal wie ihrer Mutter drohte: der frühe Tod. Hoffmann wollte Antonia so schnell wie möglich heiraten, und vielleicht wäre auch alles gut gegangen, wenn da nicht der geheimnisvolle Doktor Mirakel gewesen wäre.
Als Stella nach ihrer Aufführung in die Weinstube tritt, muss sie überrascht feststellen, dass Hoffmann nicht mehr den allerbesten Eindruck macht ...
Alles in dieser Oper dreht sich um die unerfüllten, ja unmöglichen Liebschaften in den zauberhaften Erzählungen des Dichters - und Offenbach schrieb dazu eine Musik, die selbst verzaubert. Ihre Melodik und die Kraft ihrer Charakteristik, besonders in den phantastischen Szenen, suchen in der Operngeschichte ihresgleichen. "Hoffmanns Erzählungen" - das ist ein unvergessliches Erlebnis.


